In Wohn- und Industriegebieten ist die Löschwasserversorgung selten ein Problem: Dichte Hydrantennetze und großzügig dimensionierte Ringleitungen liefern jederzeit ausreichend Wasser. Doch nicht jedes Objekt liegt an einem solchen Netz.
Abgelegene Aussiedlerhöfe und einzelne Siedlungen sind oft nur unzureichend an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Manche beziehen ihr Wasser aus eigenen Brunnen, andere hängen an dünnen „Stichleitungen" mit kleinem Durchmesser – im Brandfall fließt dort viel zu wenig Wasser.
Warum es den Wasserförderungszug gibt
Für genau diese Fälle wurde im Jahr 2010 der Wasserförderungszug ins Leben gerufen. Gestellt von den Abteilungen Grombach und Obergimpern, bringt er das Löschwasser über lange Wegstrecken dorthin, wo es gebraucht wird – mit einem Löschfahrzeug des Katastrophenschutzes (LF-KatS) bzw. einem LF 8/6 sowie dem Schlauchwagen SW 1000 (Baujahr 1985) mit 1.000 m B-Schlauch.
Mehr als nur Schläuche ausrollen
Wasserförderung über lange Strecken will gut geplant sein. Pumpen müssen an der richtigen Stelle stehen, Schlauchleitungen über geeignete Wege verlegt, der Verkehr abgesichert und der gesamte Ablauf von den Führungskräften anhand von Einsatzplänen koordiniert werden. Das erfordert eine gute Ausbildung – die der Zug seit seiner Gründung in regelmäßigen Übungen trainiert.
Damit für jedes betroffene Objekt der passende Ablauf bereitliegt, erstellt Philipp Kern, stellvertretender Abteilungskommandant der Abteilung Wollenberg, gemeinsam mit den jeweiligen Abteilungskommandanten die nötigen Einsatzpläne.
Reichweite und Grenzen
Mit der vorhandenen Ausrüstung lässt sich bislang ein Teil der betroffenen Höfe und Siedlungen versorgen. Über den Schlauchwagen kann eine 1.000 m lange einfache B-Leitung verlegt werden – das begrenzt die Fördermenge auf rund 800 l/min. Für eine doppelte Leitung werden weitere Einheiten benachbarter Feuerwehren alarmiert. Zum Vergleich: Ein moderner Schlauchwagen führt über 2.000 m B-Schlauch mit und verfügt zusätzlich über eine Ladebordwand zum Entladen von Pumpen und Gerät.
Ausstattung
Der Wasserförderungszug verfügt über folgende relevante Gerätschaften:
- 2 Fahrzeugpumpen
- 3 Tragkraftspritzen (2× TS 8/8 + 1× PFPN 10-1500)
- 1.300 m B-Schlauch zur schnellen Verlegung (SW 1000 + LF-KatS)
- Faltbehälter mit 3.000 l und 5.000 l Fassungsvermögen
- Rollschläuche der Löschfahrzeuge